Rilke vergleicht den schwerfälligen Gang des Schwans an Land mit dem Gefühl, durch noch Ungetanes belastet zu sein. Alles, was unerledigt bleibt, macht den Schritt schwer, wie gebunden. Darin liegt eine leise Klage: Das Leben fühlt sich oft mühsam an, weil es immer an offene Aufgaben erinnert. Auch das Sterben erscheint zunächst als Angst – als müsste man den Boden loslassen, auf dem man täglich steht.
Dann wendet sich der Ton. Das Wasser empfängt den Schwan sanft, und die Fluten ziehen unter ihm zurück, als hätten sie ihn längst erwartet. Die Wasserbewegung wirkt fast erlösend, als nähme sie dem Körper alle Schwere. In diesem Element wird der Schwan unendlich still, sicher, immer mündiger und königlicher. So wechselt die Stimmung von Mühsal und Furcht zu stiller, fast feierlicher Ruhe. Loslassen führt hier nicht ins Leere, sondern in etwas Tragendes, in dem man erst ganz zu sich kommt.