Christian Morgenstern
Häufigste Stimmungen
Gedichte
Das Gebet
Die ersten Gedichte im Volltext
Hier lesenWeniger Gedichte anzeigen
Das große Lalulā
Kroklokwafzi? Semememi! Seiokrontro – prafriplo: Bifzi, bafzi; hulalemi: quasti basti bo... Lalu, lalu lalu lalu la!
Hontraruru miromente zasku zes rü rü? Entepente, leiolente klekwapufzi lü? Lalu lalu lalu lalu la!
Simarar kos malzipempu silzuzankunkrei (;)! Marjomar dos: Quempu Lempu Siri Suri Sei []! Lalu lalu lalu lalu la!
Das Huhn
In der Bahnhofhalle, nicht für es gebaut, geht ein Huhn hin und her … Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh’r? Wird dem Huhn man nichts tun? Hoffen wir es! Sagen wir es laut: daß ihm unsre Sympathie gehört, selbst an dieser Stätte, wo es – »stört«!
Das Nasobēm
Auf seinen Nasen schreitet einher das Nasobēm, von seinem Kind begleitet. Es steht noch nicht im Brehm.
Es steht noch nicht im Meyer. Und auch im Brockhaus nicht. Es trat aus meiner Leyer zum ersten Mal ans Licht.
Auf seinen Nasen schreitet (wie schon gesagt) seitdem, von seinem Kind begleitet, einher das Nasobēm.
Der Hecht
Ein Hecht, vom heiligen Antōn bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn, am vegetarischen Gedanken moralisch sich emporzuranken.
Er aß seit jenem nur noch dies: Seegras, Seerose und Seegries. Doch Gries, Gras, Rose floß, o Graus, entsetzlich wieder hinten aus.
Der ganze Teich ward angesteckt. Fünfhundert Fische sind verreckt. Doch Sankt Antōn, gerufen eilig, sprach nichts als: Heilig! heilig! heilig!
Der Lattenzaun
Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun.
Ein Architekt, der dieses sah, stand eines Abends plötzlich da —
und nahm den Zwischenraum heraus und baute draus ein großes Haus.
Der Zaun indessen stand ganz dumm, mit Latten ohne was herum.
Ein Anblick gräßlich und gemein. Drum zog ihn der Senat auch ein.
Der Architekt jedoch entfloh nach Afri — od — Ameriko.
Der Rabe Ralf
Der Rabe Ralf will will hu hu dem niemand half still still du du
half sich allein am Rabenstein will will still still hu hu
Die Nebelfrau
will will hu hu nimmt's nicht genau still still du du sie sagt nimm nimm ’s ist nicht so schlimm
will will still still hu hu
Doch als ein Jahr will will hu hu vergangen war
still still du du da lag im Rot der Rabe tot will will still still du du
Die beiden Esel
Ein finstrer Esel sprach einmal zu seinem ehlichen Gemahl:
„Ich bin so dumm, du bist so dumm, wir wollen sterben gehen, kumm!“
Doch wie es kommt so öfter eben: Die beiden blieben fröhlich leben.
Die drei Spatzen
In einem leeren Haselstrauch da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.
Der Erich rechts und links der Franz und mitten drin der freche Hans.
Sie haben die Augen zu, ganz zu, und obendrüber da schneit es, hu!
Sie rücken zusammen dicht an dicht. So warm wie der Hans hats niemand nicht.
Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch. Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.
Biografie
Christian Morgenstern (1871–1914) war ein deutscher Dichter und Übersetzer. Seine Lyrik umfasst sowohl ernste, gedankenschwere Gedichte als auch humoristische und parodistische Werke. Besonders bekannt sind seine Galgenlieder, die mit Nonsens, Wortspielen und ironischer Verfremdung alltäglicher Sprache arbeiten. Daneben verfasste er späte, philosophisch geprägte Gedichte. Morgenstern prägte die deutschsprachige komische Lyrik nachhaltig und beeinflusste spätere Autoren wie Joachim Ringelnatz. Seine Gedichte wurden vielfach vertont und gehören bis heute zum Kanon der deutschen Literatur.
