Else Lasker-Schüler
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Weltende
Es ist ein Weinen in der Welt, Als ob der liebe Gott gestorben wär, Und der bleierne Schatten, der niederfällt, Lastet grabeschwer.
Komm, wir wollen uns näher verbergen … Das Leben liegt in aller Herzen Wie in Särgen.
Du! wir wollen uns tief küssen – Es pocht eine Sehnsucht an die Welt, An der wir sterben müssen.
Biography
Else Lasker-Schüler war eine deutsche Dichterin und Zeichnerin des Expressionismus. Sie wurde 1869 in Elberfeld geboren und starb 1945 in Jerusalem. Sie schrieb neben Gedichten auch Dramen und Prosa. Ihre Lyrik verbindet oft biblische Motive mit einer persönlichen Mythologie. Häufige Themen sind Liebe, Gottessehnsucht, Einsamkeit und die Suche nach einer eigenen Identität. Ihre Sprache ist von starker Bildhaftigkeit und Musikalität geprägt. Sie gehörte zur Berliner Avantgarde und veröffentlichte unter anderem in der Zeitschrift "Der Sturm". Zu ihren bekannten Gedichtbänden zählen "Styx" (1902), "Der siebente Tag" (1905) und "Hebräische Balladen" (1913). Nach 1933 lebte sie im Exil, zunächst in der Schweiz, dann in Palästina. Sie wird zu den wichtigsten deutschsprachigen Lyrikerinnen des frühen 20. Jahrhunderts gezählt.
