Das Grab im Busento — Zusammenfassung

Nächtlich am Busento lispeln, bey Cosenza, dumpfe Lieder, Aus den Wassern schallt es Antwort, und in Wirbeln klingt es wieder!

Und den Fluß hinauf, hinunter, zieh’n die Schatten tapfrer Gothen, Die den Alarich beweinen, ihres Volkes besten Todten.

Allzufrüh und fern der Heimath mußten hier sie ihn begraben, Während noch die Jugendlocken seine Schulter blond umgaben.

Und am Ufer des Busento reihten sie sich um die Wette, Um die Strömung abzuleiten, gruben sie ein frisches Bette.

In der wogenleeren Höhlung wühlten sie empor die Erde, Senkten tief hinein den Leichnam, mit der Rüstung, auf dem Pferde.

Deckten dann mit Erde wieder ihn und seine stolze Habe, Daß die hohen Stromgewächse wüchsen aus dem Heldengrabe.

Abgelenkt zum zweyten Male, ward der Fluß herbeygezogen: Mächtig in ihr altes Bette schäumten die Busentowogen.

Und es sang ein Chor von Männern: Schlaf’ in deinen Heldenehren! Keines Römers schnöde Habsucht soll dir je dein Grab versehren!

Sangen’s, und die Lobgesänge tönten fort im Gothenheere; Wälze sie, Busentowelle, wälze sie von Meer zu Meere!

Show the whole poemHide the poem

App Learn Poems

Probiere die App Learn Poems aus

Alles aus dem Website-Trainer und mehr: neue Übungen, Sprachaufnahme und Teilen, Erinnerungen, schnelles Auffrischen.

Erzählt wird die nächtliche Bestattung des Gotenkönigs Alarich am Fluss Busento bei Cosenza. Seine Krieger trauern, weil er fern der Heimat und zu früh gestorben ist, noch mit blonden Jugendlocken. Um das Grab vor den Römern zu schützen, leiten sie den Fluss um, heben im trockenen Flussbett eine Grube aus und senken den Toten in voller Rüstung samt Pferd hinein. Dann lassen sie das Wasser zurückströmen, sodass die Wellen das Grab verbergen. Ein Männerchor wünscht dem Toten, keine römische Habgier solle sein Grab je schänden.

Die Verse klingen wie eine alte Sage, in der Natur und Menschen gemeinsam trauern. Das Flüstern des Wassers, die ziehenden Schatten und der Gesang erzeugen eine feierliche, düstere und fast beschwörende Stimmung. Trauer, Stolz und der Wille, den toten Anführer zu ehren, liegen nah beieinander.

Read also