Mörikes Ballade schildert einen unheimlichen Reiter mit roter Mütze, der bei Bränden in der Gegend auftaucht. Sobald das Glöcklein meldet: „Hinter’m Berg / Brennt es in der Mühle!“, jagt er auf einem dürren Pferd durch Tor, Qualm und Schwüle zum Brand. Er ist kein gewöhnlicher Retter: Der Text deutet an, dass er Feuer von weitem wittert und mit einem Splitter des heiligen Kreuzes frevelhaft zu bannen versucht hat. Nun wendet sich die Macht gegen ihn. Aus dem brennenden Dachstuhl grinst ihn „der Feind im Höllenschein“ an, die Mühle zerbirst, und der Reiter kehrt nicht wieder. Der Sprecher warnt ihn und bangt um seine Seele.
Später findet ein Müller im Keller ein Gerippe samt roter Mütze, aufrecht auf dem Knochenpferd sitzend; es zerfällt zu Asche. Die wiederholte Glockenformel klingt wie ein Zauberspruch und erzeugt eine beklemmende, schicksalhafte Stimmung. Am Ende bleibt ein Schauer, aber auch eine leise, fast traurige Ruhe: „Ruhe wohl / Drunten in der Mühle!“