In „Nach neuen Meeren“ spricht eine Stimme, die sich zum Aufbruch entschlossen hat. Der Sprecher will fort, vertraut sich selbst und seinem Griff; vor ihm liegt das offene Meer, und sein Genueser Schiff treibt ins Blaue. Das Genueser Schiff unterstreicht den Charakter einer Seefahrt ins Ungewisse. Alles erscheint ihm neu und glänzend, die Zeit scheint stillzustehen – der Mittag schläft über Raum und Zeit. Diese Bilder erzeugen eine fast magische Ruhe, in der die Welt den Atem anhält. Dann aber wendet sich der Blick: Nur das ungeheure Auge der Unendlichkeit schaut den Sprecher an. In diesem Moment mischt sich in die Aufbruchslust ein leiser Schauer. Die Weite ist verlockend, aber auch übermächtig, fast unheimlich. Man spürt Freiheit und Entschlossenheit, zugleich Ehrfurcht vor dem, was keinen Rand kennt. Das Gedicht feiert den Mut zum Unbekannten, lässt aber ahnen, dass dieses Unbekannte den Menschen auch anblickt und herausfordert.
Nach neuen Meeren — Zusammenfassung
Dorthin – will ich; und ich traue Mir fortan und meinem Griff. Offen liegt das Meer, in’s Blaue Treibt mein Genueser Schiff.
Alles glänzt mir neu und neuer, Mittag schläft auf Raum und Zeit –: Nur dein Auge – ungeheuer Blickt mich’s an, Unendlichkeit!