Ein Sprecher redet den verstorbenen Knaben Elis an, als wäre er noch erreichbar. Aus dem schwarzen Wald, dem Ruf der Amsel, dem blauen Felsenquell und der kühlen Nacht entsteht eine traumhafte Abschiedsszenerie. Elis trinkt die Kühle, schreitet mit weichen Schritten durch die Dunkelheit, seine Augen sind monden, sein Leib wird zur Hyazinthe. Die Bilder verbinden Natur, Tod und eine leise religiöse Aura; das Sterben erscheint weniger als Ende, eher als stilles Hinübergehen in eine andere, dunkel schimmernde Wirklichkeit.
Der Sprecher wirkt nicht verzweifelt, sondern zärtlich und fast beschwörend. Unter der Schönheit liegt eine schwarze, schweigende Trauer: die schwarze Höhle, der schwarze Tau, die verfallenen Sterne. Der Verlust fühlt sich wie etwas Altvertrautes an, das nur in Bildern gesagt werden kann. Alles bleibt in der Schwebe zwischen Klage und sanfter Feier. So entsteht eine wehmütige, nachtdunkle und zugleich seltsam schöne Stimmung.