An den Knaben Elis — Zusammenfassung

Elis, wenn die Amsel im schwarzen Wald ruft, Dieses ist dein Untergang. Deine Lippen trinken die Kühle des blauen Felsenquells.

Laß, wenn deine Stirne leise blutet Uralte Legenden Und dunkle Deutung des Vogelflugs.

Du aber gehst mit weichen Schritten in die Nacht, Die voll purpurner Trauben hängt Und du regst die Arme schöner im Blau.

Ein Dornenbusch tönt, Wo deine mondenen Augen sind. O, wie lange bist, Elis, du verstorben.

Dein Leib ist eine Hyazinthe, In die ein Mönch die wächsernen Finger taucht. Eine schwarze Höhle ist unser Schweigen,

Daraus bisweilen ein sanftes Tier tritt Und langsam die schweren Lider senkt. Auf deine Schläfen tropft schwarzer Tau,

Das letzte Gold verfallener Sterne.

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Ein Sprecher redet den verstorbenen Knaben Elis an, als wäre er noch erreichbar. Aus dem schwarzen Wald, dem Ruf der Amsel, dem blauen Felsenquell und der kühlen Nacht entsteht eine traumhafte Abschiedsszenerie. Elis trinkt die Kühle, schreitet mit weichen Schritten durch die Dunkelheit, seine Augen sind monden, sein Leib wird zur Hyazinthe. Die Bilder verbinden Natur, Tod und eine leise religiöse Aura; das Sterben erscheint weniger als Ende, eher als stilles Hinübergehen in eine andere, dunkel schimmernde Wirklichkeit.

Der Sprecher wirkt nicht verzweifelt, sondern zärtlich und fast beschwörend. Unter der Schönheit liegt eine schwarze, schweigende Trauer: die schwarze Höhle, der schwarze Tau, die verfallenen Sterne. Der Verlust fühlt sich wie etwas Altvertrautes an, das nur in Bildern gesagt werden kann. Alles bleibt in der Schwebe zwischen Klage und sanfter Feier. So entsteht eine wehmütige, nachtdunkle und zugleich seltsam schöne Stimmung.

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