Die schöne Stadt — Zusammenfassung

Alte Plätze sonnig schweigen. Tief in Blau und Gold versponnen Traumhaft hasten sanfte Nonnen Unter schwüler Buchen Schweigen.

Aus den braun erhellten Kirchen Schaun des Todes reine Bilder, Großer Fürsten schöne Schilder. Kronen schimmern in den Kirchen.

Rösser tauchen aus dem Brunnen. Blütenkrallen drohn aus Bäumen. Knaben spielen wirr von Träumen Abends leise dort am Brunnen.

Mädchen stehen an den Toren, Schauen scheu ins farbige Leben. Ihre feuchten Lippen beben Und sie warten an den Toren.

Zitternd flattern Glockenklänge, Marschtakt hallt und Wacherufen. Fremde lauschen auf den Stufen. Hoch im Blau sind Orgelklänge.

Helle Instrumente singen. Durch der Gärten Blätterrahmen Schwirrt das Lachen schöner Damen. Leise junge Mütter singen.

Heimlich haucht an blumigen Fenstern Duft von Weihrauch, Teer und Flieder. Silbern flimmern müde Lider Durch die Blumen an den Fenstern.

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Georg Trakl entwirft ein Stadtbild, das zugleich still und unheimlich wirkt. Alte Plätze liegen sonnig da, Nonnen huschen traumhaft dahin, Kirchen zeigen Todesbilder und glänzende Kronen. Aus Brunnen tauchen Pferde auf, Kinder spielen verloren in ihren Träumen, Mädchen warten scheu an Toren. Viele Bilder verbinden Schönheit mit Erstarrung und leiser Bedrohung: Blütenkrallen drohen, feuchte Lippen beben, müde Lider flimmern silbern.

Das lyrische Ich nimmt diese Atmosphäre mit einer Mischung aus Faszination und Beklommenheit wahr. Die Stimmung ist traumartig und melancholisch. Glocken, Marschtakte, Orgelklänge und singende Instrumente vermischen sich mit fernem Lachen und mütterlichem Gesang. Düfte von Weihrauch, Teer und Flieder liegen in der Luft. Die Stadt erscheint wie eine schöne, aber brüchige Kulisse, in der das Leben gedämpft abläuft und hinter dem Zauber immer auch Vergänglichkeit und Tod spürbar sind.

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