Trakls Winterbild wirkt zunächst still: Ein weißer Acker, ein weiter, einsamer Himmel, Dohlen über dem Weiher, Jäger, die vom Wald herabsteigen. Doch die Ruhe ist beklemmend. In schwarzen Wipfeln wohnt ein Schweigen; aus den Hütten huscht nur ein schwacher Feuerschein, fern klingt ein Schlitten, und langsam steigt der graue Mond. Die Landschaft erscheint leer und wie erstarrt. Der Sprecher bleibt distanziert, fast teilnahmslos, und gerade dadurch wird das Unheimliche spürbar. Gegen Ende tritt Gewalt offen hervor: Ein Wild verblutet am Rain, Raben plätschern in blutigen Rinnen. Das Schilf bebt gelb und aufgeschossen. Die Schlusszeile „Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain“ verdichtet Kälte, flüchtiges Leben und Verlassenheit. Die Stimmung ist still, kalt und von Trauer und Bedrohung durchzogen.
Im Winter — Zusammenfassung
Der Acker leuchtet weiß und kalt. Der Himmel ist einsam und ungeheuer. Dohlen kreisen über dem Weiher Und Jäger steigen nieder vom Wald.
Ein Schweigen in schwarzen Wipfeln wohnt. Ein Feuerschein huscht aus den Hütten. Bisweilen schellt sehr fern ein Schlitten Und langsam steigt der graue Mond.
Ein Wild verblutet sanft am Rain Und Raben plätschern in blutigen Gossen. Das Rohr bebt gelb und aufgeschossen. Frost, Rauch, ein Schritt im leeren Hain.