Der Abend erscheint hier als sinnlich lockende und zugleich bedrängende Erfahrung. Man hört Fledermäuse, sieht zwei schwarze Pferde auf einer Wiese und spürt das Rauschen des roten Ahorns. Einem Wanderer zeigt sich eine kleine Schenke, in der junger Wein und Nüsse herrlich schmecken. Sogar das betrunkene Taumeln in den dämmernden Wald wird als herrlich empfunden – als wollte sich das Ich für einen Moment an Genuss und Rausch verlieren.
Doch diese Nähe kippt: Durch schwarzes Geäst tönen plötzlich schmerzliche Glocken, und Tau tropft kalt auf das Gesicht. Der Genuss bleibt nicht ungetrübt; unter der schönen Oberfläche liegt eine Trauer, eine Ahnung von Vergänglichkeit und Einsamkeit. Die Szene wirkt nicht idyllisch, sondern eigentümlich schwebend – zwischen warmem Abend, dunklem Wald und einem wehen, fast religiös anmutenden Klang. Das im Titel angesprochene Herz scheint genau diese Mischung aus Entzücken und Wehmut zu fühlen.