Ein Sprecher wendet sich an sein eigenes Herz und fragt, was es so bedrängt. Sein bisheriges Leben ist ihm fremd geworden: Alles, was er liebte, sein Fleiß und seine Ruhe, ist weg. Stattdessen fesselt ihn eine junge, liebliche Gestalt mit einem Blick voll Treue und Güte, und das mit unendlicher Gewalt. Er versucht, sich zu ermannen und zu fliehen, doch jeder Weg führt ihn im nächsten Augenblick zu ihr zurück. Das Bild vom „Zauberfädchen“, das sich nicht zerreißen lässt, trifft seine Lage genau: Ein loses Mädchen hält ihn wider Willen fest, und er muss in ihrem „Zauberkreise“ leben, auf ihre Weise. Die Veränderung erscheint ihm ungeheuer. So wird neue Liebe hier nicht als reines Glück geschildert, sondern auch als Gefangenschaft und Verlust der Selbstbestimmung. Die Sprache bleibt drängend und klagend, voller Ausrufe, und endet in dem verzweifelten Ruf „Liebe! Liebe! laß mich los!“. Insgesamt entsteht eine Stimmung zwischen Faszination, Hilflosigkeit und dem Wunsch nach Befreiung.
Neue Liebe, neues Leben — Zusammenfassung
Herz, mein Herz, was soll das geben? Was bedränget dich so sehr? Welch ein fremdes neues Leben! Ich erkenne dich nicht mehr. Weg ist Alles, was du liebtest Weg warum du dich betrübtest, Weg dein Fleiß und deine Ruh’ – Ach wie kamst du nur dazu!
Fesselt dich die Jugendblüthe, Diese liebliche Gestalt, Dieser Blick voll Treu’ und Güte Mit unendlicher Gewalt? Will ich rasch mich ihr entziehen, Mich ermannen, ihr entfliehen, Führet mich im Augenblick Ach mein Weg zu ihr zurück.
Und an diesem Zauberfädchen, Das sich nicht zerreißen läßt, Hält das liebe lose Mädchen, Mich so wider Willen fest; Muß in ihrem Zauberkreise Leben nun auf ihre Weise. Die Verändrung ach wie groß! Liebe! Liebe! laß mich los!