Eine Abendstimmung breitet sich aus: Über allen Berggipfeln liegt Ruhe, in den Baumwipfeln regt sich kaum ein Lufthauch, und die Vögel sind verstummt. Die Welt wirkt wie angehalten, ganz in sich gekehrt. Die Sprache ist von äußerster Schlichtheit, fast flüsternd, und gerade dadurch wird die Stille unmittelbar spürbar. Wer diese Zeilen liest, fühlt sich selbst still werden und ahnt die Nähe von Frieden und Erschöpfung. Die Natur ist zur Ruhe gekommen, und der Sprecher spürt, dass auch er diese Ruhe braucht. Die wenigen Worte wirken wie ein tiefes Atemholen.
Dann richtet sich der Sprecher an ein Du – vielleicht an sich selbst, vielleicht an den Leser. „Warte nur, balde / Ruhest du auch.“ Auf die abendliche Ruhe der Natur folgt die Aussicht auf die eigene Ruhe. Das kann der Schlaf sein, aber auch der Tod, der hier nicht als Schrecken, sondern als sanftes Zur-Ruhe-Kommen erscheint. Die Stimmung ist friedlich, ein wenig wehmütig und zugleich tröstlich.