Winternacht — Zusammenfassung

Verschneit liegt rings die ganze Welt, Ich hab’ nichts, was mich freuet, Verlassen steht der Baum im Feld, Hat längst sein Laub verstreuet.

Der Wind nur geht bei stiller Nacht Und rüttelt an dem Baume, Da rührt er seinen Wipfel sacht Und redet wie im Traume.

Er träumt von künft'ger Frühlingszeit, Von Grün und Quellenrauschen, Wo er im neuen Blütenkleid Zu Gottes Lob wird rauschen.

Show the whole poemHide the poem

App Learn Poems

Probiere die App Learn Poems aus

Alles aus dem Website-Trainer und mehr: neue Übungen, Sprachaufnahme und Teilen, Erinnerungen, schnelles Auffrischen.

In Eichendorffs «Winternacht» blickt ein einsames lyrisches Ich auf eine verschneite, stille Welt. Es empfindet keine Freude; der kahle Baum im Feld steht verlassen da und hat längst sein Laub verstreut. Die Landschaft wirkt wie ein Spiegel der inneren Leere, alles scheint erstarrt.

Doch der Wind rüttelt in der stillen Nacht sacht am Wipfel und redet wie im Traum. Der Baum träumt von künftiger Frühlingszeit, von Grün, Quellenrauschen und einem neuen Blütenkleid, in dem er Gott loben wird. So wandelt sich die Stimmung: Aus winterlicher Melancholie wird eine zarte, fast tröstliche Ahnung. Die Natur erscheint nicht nur kalt, sondern wie ein träumendes Wesen, das unter der stillen Oberfläche neues Leben erwartet. Der Sprecher bleibt in seiner Freudlosigkeit zurück, aber der Traum des Baumes deutet an, dass der Winter nicht das letzte Wort behält.

Read also

More by Joseph von Eichendorff

All poems
ContemplativeJoseph von Eichendorff

Abschied

O Thäler weit, o Höhen, O schöner, grüner Wald, Du meiner Lust und Wehen Andächt’ger Aufenthalt!
CheerfulJoseph von Eichendorff

Frische Fahrt

Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es seyn! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Muth’ger Augen lichter Schein;
SadJoseph von Eichendorff

Das zerbrochene Ringlein

In einem kühlen Grunde, Da geht ein Mühlenrad, Meine Liebste ist verschwunden, Die dort gewohnet hat.