Die linden Lüfte erwachen und mit ihnen ein Gefühl von Aufbruch: Tag und Nacht bewegt sich die Luft, überall regt sich neues Leben. Der Sprecher nimmt den frischen Duft und die neuen Klänge wahr, und aus dieser Wahrnehmung spricht er seinem eigenen Herzen Mut zu – die schwere Zeit soll vorbei sein, alles wird sich ändern. Die zweite Strophe verstärkt diesen Glauben: Mit jedem Tag wird die Welt schöner, das Blühen scheint kein Ende zu nehmen, selbst fernste, tiefste Täler werden erfasst. So wird die Frühlingslandschaft zum Trostbild für ein sorgenvolles Herz. Die Stimmung ist zart, hoffnungsvoll, fast geborgen; die Natur verspricht Erneuerung und lässt den Kummer vergessen.
Frühlingsglaube — Zusammenfassung
Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun armes Herze, sey nicht bang! Nun muß sich Alles, Alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Thal. Nun armes Herz, vergiß der Quaal, Nun muß sich Alles, Alles wenden.