Auf einem Jahrmarkt dreht sich ein Karussell: bunte Pferde, ein roter Löwe, ein weißer Elefant, ein Hirsch mit Sattel. Die Pferde stammen, so das Gedicht, aus einem Land, das lange zögert, ehe es untergeht – das klingt märchenhaft und ein wenig melancholisch. Kinder sitzen darauf, ein Junge klammert sich mit heißer Hand an den Löwen, während dieser Zähne und Zunge zeigt; Mädchen winken im Vorbeifahren und lächeln. Die Bewegung ist rastlos und kreist ohne Ziel. Farben und Gesichter huschen vorbei, immer wieder taucht der weiße Elefant wie ein traumhafter Kehrreim auf.
Der Sprecher beobachtet das Treiben aus nächster Nähe, fast gebannt. Er spürt die atemlose Wiederholung, das blendende Glück der Kinder, aber auch die Vergänglichkeit: Das alles dauert nur „eine kleine Weile“. Am Ende verschwendet sich ein seliges Lächeln an dieses atemlose blinde Spiel. So wird das Karussell zum Bild für das Leben selbst – schön, verwirrend, ziellos und flüchtig. Die Stimmung ist verzaubert und leise melancholisch.