Ein Lesender sitzt seit dem Nachmittag über einem Buch, während draußen Regen an den Fenstern rauscht. Das Buch ist ihm schwer geworden; die Seiten wirken wie nachdenkliche Gesichter, und die Zeit staut sich um sein stilles Vertiefen. Dann kippt die Wahrnehmung: Die Blätter leuchten auf, das unruhige Wortgewirr tritt zurück, und überall steht „Abend, Abend“. Noch ohne aufzublicken, spürt er, wie draußen weite, glänzende Gärten und ein hoher Himmel sich öffnen und Sommernacht herabsinkt.
Die Stimmung ist still und entgrenzend. Was innen im Lesen erlebt wurde, scheint draußen weiterzugehen; Innen- und Außenwelt werden durchlässig. Wenn der Blick sich endlich hebt, ist nichts mehr fremd, alles wirkt groß und zusammenhängend. Das Schlussbild macht diese Erfahrung sinnlich: Der erste Stern am Himmel wird so vertraut wie das letzte Haus. So erscheint die Welt nach dem Lesen größer, stiller und weiter.