Schlußstück — Zusammenfassung

Rainer Maria RilkeContemplative

Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns.

Show the whole poemHide the poem

App Learn Poems

Probiere die App Learn Poems aus

Alles aus dem Website-Trainer und mehr: neue Übungen, Sprachaufnahme und Teilen, Erinnerungen, schnelles Auffrischen.

Rilkes „Schlußstück“ verdichtet in vier Zeilen eine stille, unheimliche Einsicht: Der Tod ist groß, und wir gehören ihm schon immer – sogar „lachenden Munds“. Das Lachen steht für Lebensfreude, doch es ändert nichts daran, dass wir die Seinen sind. Besonders überraschend ist die letzte Wendung: Wenn wir uns mitten im Leben glauben, weint nicht etwa wir aus Todesangst, sondern der Tod weint mitten in uns. Der Tod wird hier zu einer leisen Gegenwart im Inneren, fast zu einem Teil des Lebendigen. Dadurch wirkt das Gedicht nicht laut düster, sondern ernst, ruhig und ein wenig traurig. Die Stimmung gleicht einem leisen Schlussakkord: nachdenklich, intim und ohne Pathos.

Read also

More by Rainer Maria Rilke

All poems
ContemplativeRainer Maria Rilke

Herbst

Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmeln ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde. Und in den Nächten fällt die schwere Erde
InspiredRainer Maria Rilke

Spanische Tänzerin

Wie in der Hand ein Schwefelzündholz, weiß, eh es zur Flamme kommt, nach allen Seiten zuckende Zungen streckt —: beginnt im Kreis naher Beschauer hastig, hell und heiß
ContemplativeRainer Maria Rilke

Blaue Hortensie

So wie das letzte Grün in Farbentiegeln sind diese Blätter, trocken, stumpf und rauh, hinter den Blütendolden, die ein Blau nicht auf sich tragen, nur von ferne spiegeln.