Rilkes „Schlußstück“ verdichtet in vier Zeilen eine stille, unheimliche Einsicht: Der Tod ist groß, und wir gehören ihm schon immer – sogar „lachenden Munds“. Das Lachen steht für Lebensfreude, doch es ändert nichts daran, dass wir die Seinen sind. Besonders überraschend ist die letzte Wendung: Wenn wir uns mitten im Leben glauben, weint nicht etwa wir aus Todesangst, sondern der Tod weint mitten in uns. Der Tod wird hier zu einer leisen Gegenwart im Inneren, fast zu einem Teil des Lebendigen. Dadurch wirkt das Gedicht nicht laut düster, sondern ernst, ruhig und ein wenig traurig. Die Stimmung gleicht einem leisen Schlussakkord: nachdenklich, intim und ohne Pathos.
Schlußstück — Zusammenfassung
Der Tod ist groß. Wir sind die Seinen lachenden Munds. Wenn wir uns mitten im Leben meinen, wagt er zu weinen mitten in uns.