Die scheinbar friedliche Sommerlandschaft wird in Alfred Lichtensteins „Sommerfrische“ als Gefängnis empfunden. Der Himmel ist für den Sprecher eine „blaue Qualle“, die Welt eine „große Mausefalle“; er sehnt sich nach Flügeln, um zu entkommen. Auch die Menschen um ihn herum stoßen ihn ab: Sie würfeln, trinken und reden selbstgefällig von „Zukunftsstaaten“. Die Erde erscheint ihm wie ein fetter Sonntagsbraten in süßer Sonnensauce – ein Bild für satte, klebrige Behaglichkeit.
Genau diese Idylle wird unerträglich. Der Sprecher wünscht sich einen Sturm mit „Eisenklauen“, der den schönen blauen Himmel tausendfach zerfetzt und die sanfte Welt zerstört. Der Drang nach gewaltsamer Befreiung richtet sich nicht allein gegen die Natur, sondern gegen die gesamte behagliche Ordnung. So entsteht eine gereizte, fast zornige Stimmung, in der die sommerliche Ruhe nicht als Frieden, sondern als Falle wirkt.