In Morgensterns Gedicht «Das Nasobēm» stellt ein lyrisches Ich ein merkwürdiges Wesen vor: Es schreitet auf seinen Nasen einher und wird von seinem Kind begleitet. Der Witz liegt im Ton, der wie ein nüchterner Lexikonartikel klingt. Doch das Tier fehlt in Brehm, Meyer und Brockhaus, also in den großen Nachschlagewerken. Stattdessen ist es aus der Leier des Sprechers, gleichsam aus der Dichtung selbst, zum ersten Mal ans Licht getreten. Die Wiederholung der ersten Strophe am Ende unterstreicht diesen Gedanken: Seitdem das Nasobēm besungen wurde, geht es – als Geschöpf der Fantasie – weiter durch die Welt. Die Stimmung ist heiter, verspielt und ein wenig stolz; die Erfindung wirkt, als hätte sich der Sprecher selbst ein kleines Wunder ausgedacht und es nun liebevoll in die Wirklichkeit entlassen.
Das Nasobēm — Zusammenfassung
Auf seinen Nasen schreitet einher das Nasobēm, von seinem Kind begleitet. Es steht noch nicht im Brehm.
Es steht noch nicht im Meyer. Und auch im Brockhaus nicht. Es trat aus meiner Leyer zum ersten Mal ans Licht.
Auf seinen Nasen schreitet (wie schon gesagt) seitdem, von seinem Kind begleitet, einher das Nasobēm.