Rabe Ralf wirkt von Anfang an verloren: Die wie Krächzen und Beruhigen klingenden Wiederholungen „will will hu hu“ und „still still du du“ geben den Versen etwas Singsangartiges, fast Kindliches, aber zugleich Unheimliches. Niemand hilft ihm, also hilft er sich selbst am Rabenstein, einem Ort, der wie ein karger, unheilvoller Platz klingt. Die Nebelfrau redet ihm gut zu: „nimm nimm, ’s ist nicht so schlimm“ – doch ihr Trost bleibt vage, eher ein Wispern im Nebel. Ein Jahr später liegt der Rabe tot im Rot. Es ist eine kleine, düstere Ballade, die mit kindlichen Lauten vom Alleinsein und Sterben erzählt. Der Sprecher bleibt fast neutral, wie eine Stimme, die ein altes Lied weitersagt. Die Stimmung ist nicht laut traurig, sondern still, spöttisch-melancholisch und leicht gespenstisch, wie ein Reim, den man halb flüstert.
Der Rabe Ralf — Zusammenfassung
Der Rabe Ralf will will hu hu dem niemand half still still du du
half sich allein am Rabenstein will will still still hu hu
Die Nebelfrau
will will hu hu nimmt's nicht genau still still du du sie sagt nimm nimm ’s ist nicht so schlimm
will will still still hu hu
Doch als ein Jahr will will hu hu vergangen war
still still du du da lag im Rot der Rabe tot will will still still du du