Ein römischer Brunnen steht im Mittelpunkt: Aus der Mitte steigt ein Wasserstrahl auf, fällt in die oberste Marmorschale und füllt sie, bis das Wasser wie ein Schleier über den Rand rinnt. Es fließt in die zweite Schale, von dort in die dritte. Jede Schale nimmt das Wasser auf und gibt es im selben Moment weiter; nichts bleibt fest, nichts wird leer. So entsteht ein ruhiger, gleichmäßiger Kreislauf.
Die Sprache wirkt klar und beinahe feierlich schlicht. Heftige Gefühle kommen nicht vor. Stattdessen spricht aus den Zeilen eine stille Bewunderung für Ordnung, Maß und Dauer. Bewegung und Stillstand werden nicht als Gegensätze empfunden: Das Wasser strömt unaufhörlich, doch der Brunnen scheint vollkommen ruhig und in sich zu ruhen. Genau dieses Gleichgewicht von Geben und Empfangen erzeugt die gelassene, harmonische, fast zeitlose Stimmung des Gedichts.