An einem drückend heißen Sommerabend sitzt der Sprecher allein im Boot. Der Tag ist trüb verglommen, das Ruder schlägt dumpf und traurig, und die erwarteten Sterne fehlen. Ohne sie wirkt alles blass und unheimlich: der Felshang, das flüsternde Schilf, die nahe dunkle Wassertiefe. Aus dieser Tiefe ruft eine „liebe Stimme“, ein winkendes Gespenst – das Wasser zieht den Sprecher fast wie eine Todesverlockung an. Die Stimmung ist schwül, beklemmend und voller Müdigkeit. Erst im letzten Moment bricht ein schwaches Licht durch das Dunkel, ein Stern wird sichtbar. Die Starre löst sich, und die Schlussbitte „bleibt mir immer nah“ klingt wie ein Wunsch nach Halt, Orientierung und Rettung. Das Gedicht spannt einen Bogen von dumpfer Dunkelheit zu einem kaum gesicherten, aber erlösenden Flimmern.
Schwüle — Zusammenfassung
Trüb verglomm der schwüle Sommertag, Dumpf und traurig tönt mein Ruderschlag – Sterne, Sterne – Abend ist es ja – Sterne, warum seid ihr noch nicht da?
Bleich das Leben! Bleich der Felsenhang! Schilf, was flüsterst du so frech und bang? Fern der Himmel und die Tiefe nah – Sterne, warum seid ihr noch nicht da?
Eine liebe, liebe Stimme ruft Mich beständig aus der Wassergruft – Weg, Gespenst, das oft ich winken sah! Sterne, Sterne, seid ihr nicht mehr da?
Endlich, endlich durch das Dunkel bricht – Es war Zeit! – ein schwaches Flimmerlicht – Denn ich wußte nicht wie mir geschah. Sterne, Sterne, bleibt mir immer nah!