Ein blaues Band flattert durch die Lüfte, süße, altvertraute Düfte streifen das Land, und die Veilchen träumen schon, wollen bald kommen. Noch ist nichts voll entfaltet; alles bleibt Andeutung und Versprechen. Von fern klingt plötzlich ein leiser Harfenton. In diesem Moment erkennt das Ich den Frühling und ruft erleichtert: „Frühling, ja du bist’s! Dich hab’ ich vernommen!“ Der Frühling wird hier nicht ausgemalt, sondern eher gehört, gerochen und ersehnt.
Der Sprecher scheint den Winter hinter sich zu lassen und atmet innerlich auf. Alles wirkt nah und zugleich wie eine leise Verheißung. Die Düfte, der Ton und das Blau des Bandes tragen ein Gefühl von stiller Freude und Erwartung. Durch die kurzen, weichen Zeilen bekommt der Text etwas Liedhaftes, fast Musikalisches – als wäre der Frühling selbst eine zarte Melodie. So entsteht ein leises, freudiges Wiedererkennen einer vertrauten Jahreszeit.