Abendphantasie — Zusammenfassung

Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sizt Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd. Gastfreundlich tönt dem Wanderer im Friedlichen Dorfe die Abendglocke.

Wohl kehren izt die Schiffer zum Hafen auch, In fernen Städten, fröhlich verrauscht des Markts Geschäft’ger Lärm; in stiller Laube Glänzt das gesellige Mahl den Freunden.

Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh’ und Ruh’ Ist alles freudig; warum schläft denn Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?

Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf; Unzählig blühen die Rosen und ruhig scheint Die goldne Welt; o dorthin nimmt mich, Purpurne Wolken! und möge droben

In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb’ und Leid! – Doch, wie verscheucht von thöriger Bitte, flieht Der Zauber; dunkel wirds und einsam Unter dem Himmel, wie immer, bin ich –

Komm du nun, sanfter Schlummer! zu viel begehrt Das Herz; doch endlich, Jugend! verglühst du ja, Du ruhelose, träumerische! Friedlich und heiter ist dann das Alter.

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Am Abend sitzt der Pflüger ruhig im Schatten, sein Herd raucht, die Glocke läutet; Schiffer kehren heim, der Marktlärm verrauscht, Freunde versammeln sich zum Mahl. In diese friedliche Welt blickt ein Ich, das sich ausgeschlossen fühlt: Während alle Sterblichen von Lohn und Arbeit leben und zufrieden scheinen, schläft in seiner Brust ein Stachel nicht.

Der Abendhimmel verwandelt sich ihm in einen blühenden Frühling mit Rosen und goldener Welt. Es sehnt sich dorthin, möchte in Licht und Luft vergehen, Liebe und Leid hinter sich lassen. Doch der Zauber flieht, dunkel und einsam bleibt es zurück. Am Ende wendet es sich an den Schlaf, gesteht sich ein, dass das Herz zu viel begehrt, und tröstet sich: Die ruhelose, träumerische Jugend wird verglühen, dann kommt ein friedliches, heiteres Alter.

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