Zwei Jahreszeiten stehen einander gegenüber. Anfangs hängt das Land voll gelber Birnen und wilder Rosen in den See, Schwäne tauchen trunken von Küssen ihr Haupt ins heilignüchterne Wasser – ein warmes, fast rauschhaftes Bild von Fülle und Nähe. Dann schlägt die Stimmung um. Mit „Weh mir“ fragt das Ich, wo es im Winter Blumen, Sonnenschein und den Schatten der Erde finden soll. Zurück bleiben sprachlose, kalte Mauern und Fahnen, die im Wind klirren. Aus weicher Lebendigkeit wird harte Leere. Der Titel legt nahe, dass es nicht allein ums Wetter geht, sondern um eine Lebensmitte: Der Sprecher spürt, wie das Blühende vergeht und eine kältere, stillere Zeit anbricht. Was bleibt, ist eine Ahnung von Verlust und Schutzlosigkeit. Die Trauer darüber wirkt klar und fast nüchtern, gerade weil das Schöne so sinnlich gegenwärtig war.
Hälfte des Lebens — Zusammenfassung
Mit gelben Birnen hänget Und voll mit wilden Rosen Das Land in den See, Ihr holden Schwäne, Und trunken von Küssen Tunkt ihr das Haupt Ins heilignüchterne Wasser.
Weh mir, wo nehm ich, wenn Es Winter ist, die Blumen, und wo Den Sonnenschein, Und Schatten der Erde? Die Mauern stehn Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen.