Das Mädchen aus der Fremde — Zusammenfassung

In einem Thal bey armen Hirten Erschien mit jedem jungen Jahr, Sobald die ersten Lerchen schwirrten, Ein Mädchen, schön und wunderbar.

Sie war nicht in dem Thal gebohren, Man wußte nicht, woher sie kam, Und schnell war ihre Spur verloren, Sobald das Mädchen Abschied nahm.

Beseligend war ihre Nähe Und alle Herzen wurden weit, Doch eine Würde, eine Höhe Entfernte die Vertraulichkeit.

Sie brachte Blumen mit und Früchte, Gereift auf einer andern Flur, In einem andern Sonnenlichte, In einer glücklichern Natur.

Und theilte jedem eine Gabe, Dem Früchte, jenem Blumen aus, Der Jüngling und der Greis am Stabe, Ein jeder gieng beschenkt nach Haus.

Willkommen waren alle Gäste, Doch nahte sich ein liebend Paar, Dem reichte sie der Gaben beste, Der Blumen allerschönste dar.

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Ein Tal mit armen Hirten, der erste Lerchenruf des Jahres – dann erscheint das Mädchen, schön und fremd, und niemand weiß, woher es kommt. Jedes Jahr bringt es Blumen und Früchte, die unter einer anderen Sonne, in einer glücklicheren Natur gereift sind. Seine Nähe weitet die Herzen, aber eine stille Würde hält die Menschen zugleich auf Abstand. Alle werden beschenkt, Junge wie Alte; ein liebendes Paar erhält das Schönste. Danach verschwindet es so plötzlich, wie es kam.

Die Stimmung ist hell und sehnsüchtig zugleich. Das Gedicht entwirft ein wohltuendes Wunder, das nicht greifbar wird: eine Gestalt voller Zauber, die aus einer besseren, sonnigeren Welt zu stammen scheint und die Menschen für einen Moment reicher macht. Man kann darin ein Bild für den Frühling, für die Poesie oder für ein kurzes Glück sehen, das sich nicht festhalten lässt.

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