Ein goldener Tag ist vergangen, und was bleibt, ist der Abend in braunen und blauen Tönen. Der Sprecher erinnert an das Licht, das einmal da war, und an die sanfte Flötenmusik eines Hirten, die nun verstummt ist. Alles wirkt wie ein leiser Nachruf auf einen ländlichen, friedlichen Moment, der nicht wiederkehrt. Der Abend wird so zu einem Zwischenzustand, in dem das Gold des Tages noch nachklingt, aber schon verloren ist. Trauer und Wehmut sind da, aber sie werden nicht laut; eher entsteht eine stille, fast traumhafte Melancholie.
Die Wiederholung der Zeilen – typisch für das Rondel – verstärkt das Gefühl, dass etwas langsam verfließt und nicht festgehalten werden kann. Gold und Blau, Wärme und Kühle stehen nebeneinander, als ob der Abend den Tag in sich aufnimmt. Man kann darin auch ein Bild für Vergänglichkeit überhaupt sehen. Am Ende ist nicht Verzweiflung zu spüren, sondern ein stilles Einverständnis mit dem Vergehen.