Ein Sprecher fühlt sich traurig, ohne recht zu wissen warum. Ein altes Märchen geht ihm nicht aus dem Kopf: Bei kühler Abendluft fließt der Rhein ruhig dahin, während der Berggipfel im Abendsonnenschein funkelt. Dort oben sitzt eine wunderschöne Jungfrau mit goldenem Schmuck und kämmt ihr goldenes Haar mit goldenem Kamm. Dabei singt sie eine Melodie, die den Schiffer in einem kleinen Boot mit wildem Weh ergreift. Er achtet nicht mehr auf die gefährlichen Felsenriffe, sondern blickt nur noch hinauf. Am Ende, so vermutet der Sprecher, verschlingen die Wellen Schiff und Mann – und das hat die Lore-Ley mit ihrem Gesang getan. Die Stimmung ist verträumt und melancholisch; Schönheit und Musik wirken hier verführerisch, aber auch zerstörerisch.
Die Loreley — Zusammenfassung
Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin; Ein Mährchen aus alten Zeiten, Das kommt mir nicht aus dem Sinn.
Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein.
Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar Ihr gold’nes Geschmeide blitzet, Sie kämmt ihr gold’nes Haar.
Sie kämmt es mit gold’nem Kamme, Und singt ein Lied dabei; Das hat eine wundersame, Gewaltige Melodei.
Den Schiffer im kleinen Schiffe Ergreift es mit wildem Weh; Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh’.
Ich glaube, die Wellen verschlingen Am Ende Schiffer und Kahn; Und das hat mit ihrem Singen Die Lore-Ley gethan.