Ein Fichtenbaum steht einsam — Zusammenfassung

Ein Fichtenbaum steht einsam Im Norden auf kahler Höh’. Ihn schläfert; mit weißer Decke Umhüllen ihn Eis und Schnee.

Er träumt von einer Palme, Die, fern im Morgenland, Einsam und schweigend trauert Auf brennender Felsenwand.

Show the whole poemHide the poem

App Learn Poems

Probiere die App Learn Poems aus

Alles aus dem Website-Trainer und mehr: neue Übungen, Sprachaufnahme und Teilen, Erinnerungen, schnelles Auffrischen.

Ein Fichtenbaum steht allein auf kahler Höhe im Norden. Eis und Schnee umhüllen ihn, er ist schläfrig, fast erstarrt. Doch in seinem Traum erscheint eine Palme, die fern im Morgenland auf einer glühenden Felsenwand steht. Auch sie ist einsam, schweigt und trauert.

Die beiden Bäume gehören verschiedenen Welten an: der eine lebt in Kälte und Stille, die andere in Hitze und Licht. Sie können einander nie erreichen, teilen aber dieselbe Einsamkeit und dieselbe stille Trauer. So entsteht eine Stimmung von Sehnsucht und sanfter Wehmut. Man kann darin die Sehnsucht nach etwas Unerreichbarem erkennen, vielleicht auch die Vorstellung, dass zwei Wesen im Leid verbunden sind, obwohl Welten sie trennen. Die ruhige, liedhafte Sprache hält diese Trauer sanft und bildhaft.

Read also

More by Heinrich Heine

All poems
RomanticHeinrich Heine

Der Asra

Täglich ging die wunderschöne Sultanstochter auf und nieder Um die Abendzeit am Springbrunn, Wo die weißen Wasser plätschern.
AnxiousHeinrich Heine

Ein Weib

Sie hatten sich beide so herzlich lieb, Spitzbübin war sie, er war ein Dieb. Wenn er Schelmenstreiche machte, Sie warf sich auf’s Bett und lachte.
SadHeinrich Heine

Nachtgedanken

Denk ich an Deutschland in der Nacht, Dann bin ich um den Schlaf gebracht, Ich kann nicht mehr die Augen schließen, Und meine heißen Thränen fließen.