Dreimal schildert das lyrische Ich, wie es im Traum weint. Zuerst sieht es die geliebte Person tot im Grab, dann erlebt es, wie sie es verlässt, und schließlich träumt es, sie sei ihm noch immer gut. Jedes Mal wacht es auf, und die Tränen fließen weiter – zuletzt als wahre „Thränenfluth“. Der Schmerz ist also keine bloße Traumerscheinung; er reicht bis in den Wachzustand hinein. Besonders bitter ist die dritte Strophe: Selbst der schöne Traum von erfüllter Liebe spendet keinen Trost, weil das Aufwachen ihn als Illusion entlarvt. Die schlichte, fast liedhafte Sprache und die Wiederholungen erzeugen eine stille, bedrückende Trauer. Alles bleibt unerklärt – es gibt keine Vorgeschichte, keinen Trost, nur die anhaltenden Tränen eines Menschen, der einen Verlust nicht überwinden kann.
Ich hab im Traum geweinet — Zusammenfassung
Ich hab’ im Traum’ geweinet, Mir träumte du lägest im Grab’. Ich wachte auf und die Thräne Floß noch von der Wange herab.
Ich hab’ im Traum’ geweinet, Mir träumt’ du verließest mich. Ich wachte auf, und ich weinte Noch lange bitterlich.
Ich hab’ im Traum’ geweinet, Mir träumte du wärst mir noch gut. Ich wachte auf, und noch immer Strömt meine Thränenfluth.