Im Mai steht der Sprecher an einer alten Bastei, an eine Linde gelehnt, und fühlt sein Herz traurig, obwohl alles um ihn hell und lebendig ist. Er beschreibt, was er sieht: den stillen blauen Stadtgraben, einen Jungen, der im Kahn angelt und pfeift, drüben bunte Lusthäuser, Gärten, Menschen, Ochsen, Wiesen und Wald. Mädchen bleichen Wäsche und springen im Gras, das Mühlrad stäubt Diamanten, sein Summen klingt fern herüber. Die Welt wirkt friedlich und fast heiter.
Dann fällt sein Blick auf den alten Turm mit dem Schilderhaus. Ein rotberockter Soldat geht auf und ab, spielt mit seiner funkelnden Flinte, präsentiert und schultert. Plötzlich wünscht der Sprecher, er schösse ihn tot. Dieser Satz bricht scharf in die freundliche Frühlingsszene ein. Die äußere Heiterkeit kann die innere Schwermut nicht erreichen; am Ende steht ein stiller, aber ernster Todeswunsch. Das Gedicht erzeugt eine bittersüße, beunruhigende Stimmung.