Ein uraltes Wissen liegt im tiefen Brunnen verborgen. Einst, so heißt es, wussten alle Menschen darum; heute wandert es nur noch wie ein unverstandenes Zauberwort von Mund zu Mund. Ein Mann beugte sich hinab, begriff es kurz und verlor es wieder. Später wird ein Kind im dunklen Spiegel des Brunnenwassers entrückt, und die Küsse einer Frau wecken eine dumpfe Ahnung davon. Selbst in unseren alltäglichen Worten steckt es noch, wie ein Edelstein, der im Kies verborgen liegt; der Fuß des Bettlers tritt darüber, ohne ihn zu erkennen.
Der Sprecher klingt wehmütig, aber nicht hoffnungslos: Das Geheimnis ist nicht verschwunden, nur verschüttet. Es zuckt als Traum im Kreis umher und bleibt in Liebe, Sprache und Staunen spürbar. Man spürt, wie etwas Großes, Unbenennbares durch die Zeiten weitergegeben wird, ohne je ganz fassbar zu werden. Die Stimmung ist geheimnisvoll und fast andächtig – voller Verlust, aber auch voller leiser Hoffnung.