Eine Schnupftabaksdose aus Nussbaumholz, die Friedrich der Große selbst geschnitzt hat, ist mächtig stolz auf ihre Herkunft. Als ein Holzwurm angekrochen kommt, weil er das Holz gerochen hat, will die Dose ihn mit ihrer Geschichte beeindrucken. Sie erzählt lang und breit von Friedrich dem Großen und seiner Zeit und nennt den alten Fritz sogar großzügig. Doch der Holzwurm wird davon nur nervös. Während er zu bohren beginnt, fragt er trocken: „Was geht mich Friedrich der Große an!“
Die komische Wirkung entsteht aus dem Zusammenprall zweier Welten: feierliche Erinnerung an einen großen König auf der einen Seite, simpler Appetit auf Holz auf der anderen. Die Dose redet von Ruhm, der Wurm denkt ans Fressen. Die Erzählstimme bleibt ruhig und amüsiert, fast wie bei einem kleinen Fabelstück. Der Ton ist leicht und spöttisch, und am Ende bleibt ein leises Lächeln – vielleicht auch der Gedanke, wie wenig menschliche Größe zählt, wenn ein hungriger Holzwurm vorbeikommt.