Im Winterwald treibt der Wind die Schneeflocken wie ein Hirte vor sich her. Eine Tanne spürt, dass sie bald fromm und lichterheilig geschmückt wird, und lauscht hinaus. Sie streckt ihre Zweige den weißen Wegen entgegen, als wäre sie bereit, jemanden zu empfangen. Der Wind mag sie bedrängen, doch sie wehrt ihm und wächst der einen Nacht der Herrlichkeit entgegen. Die Stimmung ist still, klar und erwartungsvoll. Der Wald wirkt wie ein Raum des Wartens, in dem die Natur selbst eine Ahnung von etwas Heiligem hat. Man erlebt die Adventszeit nicht als geschäftige Vorbereitung, sondern als Lauschen in der Kälte: Alles hält inne und richtet sich auf ein nahes Licht aus. Die Tanne wird dabei zum Bild für eine innere Bereitschaft, die dem Wunder entgegenreift, ohne es schon zu sehen. Gerade die Einfachheit der Bilder lässt viel Raum für diese Feierlichkeit.
Advent — Zusammenfassung
Es treibt der Wind im Winterwalde Die Flockenheerde wie ein Hirt, Und manche Tanne ahnt, wie balde Sie fromm und lichterheilig wird; Und lauscht hinaus. Den weissen Wegen Streckt sie die Zweige hin – bereit, Und wehrt dem Wind und wächst entgegen Der einen Nacht der Herrlichkeit.