Römische Fontäne — Zusammenfassung

Rainer Maria RilkeContemplative

Zwei Becken, eins das andre übersteigend aus einem alten runden Marmorrand, und aus dem oberen Wasser leis sich neigend zum Wasser, welches unten wartend stand,

dem leise redenden entgegenschweigend und heimlich, gleichsam in der hohlen Hand ihm Himmel hinter Grün und Dunkel zeigend wie einen unbekannten Gegenstand;

sich selber ruhig in der schönen Schale verbreitend ohne Heimweh, Kreis aus Kreis, nur manchmal träumerisch und tropfenweis

sich niederlassend an den Moosbehängen zum letzten Spiegel, der sein Becken leis von unten lächeln macht mit Übergängen.

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Ein römischer Brunnen mit zwei Becken steht im Mittelpunkt: Das obere Wasser fließt über und neigt sich dem unteren zu, das unten wartet. Es wirkt, als spräche das obere leise, während das untere schweigend antwortet und ihm dabei wie in einer hohlen Hand ein Stück Himmel hinter grünem Dunkel zeigt – einen unbekannten Gegenstand. Ruhig breitet sich das Wasser in der schönen Schale aus, Kreis um Kreis, ohne Heimweh. Nur manchmal, träumerisch und tropfenweise, lässt es sich an Moosbehängen nieder bis zum letzten Spiegel, der das Becken von unten leise lächeln macht. Der Sprecher beobachtet diese stille, fast zeitlose Szene mit sanfter Aufmerksamkeit; nichts drängt, nichts wünscht sich fort. Die Stimmung ist friedlich und ein wenig geheimnisvoll. Das Wasser scheint ganz bei sich zu sein, und Bewegung, Schweigen und Spiegelung gehen so ineinander über, dass ein Gefühl stiller Geborgenheit entsteht.

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