Am Waldrand liegt alles in tiefer Mittagsruhe: Eine Kiefer scheint zu träumen, am Himmel stehen nur wenige weiße Wolken. Die Stille ist so vollkommen, dass der Sprecher sie fast körperlich wahrnimmt – er hört die Natur in ihrem Schweigen. Ringsum liegt Sonnenlicht auf Wiesen und Wegen, die Baumkronen regen sich nicht, kein Windhauch ist zu spüren. Gerade in dieser Lautlosigkeit vernimmt er ein feines, gleichmäßiges Geräusch, als fiele leiser Regen auf das Blätterdach. Dieser Eindruck entsteht aus der intensiven Wahrnehmung der Stille, aus einem Knistern oder Summen, das sonst im Alltag untergeht. Die Stimmung ist ruhig, beinahe entrückt, zugleich hell und sommerlich. Der Moment wirkt wie ein kurzes Innehalten, in dem die Natur selbst zu träumen beginnt.
Mittag — Zusammenfassung
Am Waldessaume träumt die Föhre, Am Himmel weiße Wölkchen nur; Es ist so still, daß ich sie höre Die tiefe Stille der Natur.
Rings Sonnenschein auf Wies’ und Wegen, Die Wipfel stumm, kein Lüftchen wach, Und doch, es klingt, als ström’ ein Regen Leis tönend auf das Blätterdach.