Oktoberlied — Zusammenfassung

Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk’ ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden, ja vergolden!

Und geht es draußen noch so toll, Unchristlich oder christlich, Ist doch die Welt, die schöne Welt So gänzlich unverwüstlich!

Und wimmert auch einmal das Herz, – Stoß’ an, und laß es klingen! Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz Ist gar nicht umzubringen.

Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk’ ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden, ja vergolden!

Wohl ist es Herbst; doch warte nur, Doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, Es steht die Welt in Veilchen.

Die blauen Tage brechen an, Und ehe sie verfließen, Wir wollen sie, mein wackrer Freund, Genießen, ja genießen!

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Im «Oktoberlied» spricht ein Mensch, der den trüben Herbsttag nicht einfach hinnimmt. Nebel steigt auf, das Laub fällt, der Tag ist grau – doch er fordert auf, Wein einzuschenken und sich den Tag zu vergolden. Das ist eine trotzige, fast heitere Geste gegen die Melancholie. Draußen mag es noch so wild zugehen, unchristlich oder christlich; die Welt bleibt für ihn schön und unverwüstlich. Auch ein wimmerndes Herz lässt sich mit einem klingenden Glas beruhigen, denn ein rechtes Herz ist nicht umzubringen. Die erste Strophe kehrt als Kehrreim wieder und verstärkt den liedhaften Ton.

Im zweiten Teil weitet sich der Blick. Der Herbst ist nicht das Ende: Der Frühling wird kommen, der Himmel wird lachen, die Welt in Veilchen stehen. Die blauen Tage soll man genießen, bevor sie verfliegen. So entsteht eine zuversichtliche, lebensfrohe Stimmung, die Vergänglichkeit kennt, aber nicht von ihr beherrscht wird.

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