Wer sich selbst kritisiert, kann dabei prächtig abschneiden – das führt Buschs Gedicht mit ironischer Freude vor. Der Sprecher zählt auf, was ihm die Selbstkritik bringt: Er erscheint bescheiden, die Leute halten ihn für grundehrlich, und er nimmt anderen Kritikern den Wind aus den Segeln, indem er sich zuerst selbst tadelt. Sogar auf Widerspruch hofft er, weil ihm der nur schmeichelt. Am Ende steht er als famoses Haus da. Die Selbstkritik ist hier keine Tugend, sondern ein geschicktes Manöver. Der Ton bleibt heiter und augenzwinkernd, fast wie das Selbstgespräch eines gewieften Schauspielers. Die Pointe liegt darin, dass ausgerechnet die Demut zum Mittel der Eitelkeit wird. So entsteht eine leichte, spöttische Stimmung, die menschliche Eitelkeit liebevoll bloßstellt.
Die Selbstkritik hat viel für sich — Zusammenfassung
Die Selbstkritik hat viel für sich. Gesetzt den Fall, ich tadle mich: So hab ich erstens den Gewinn, Daß ich so hübsch bescheiden bin; Zum zweiten denken sich die Leut, Der Mann ist lauter Redlichkeit; Auch schnapp ich drittens diesen Bissen Vorweg den andern Kritiküssen; Und viertens hoff ich außerdem Auf Widerspruch, der mir genehm. So kommt es denn zuletzt heraus, Daß ich ein ganz famoses Haus.