Die Dämmerung — Zusammenfassung

Ein dicker Junge spielt mit einem Teich. Der Wind hat sich in einem Baum gefangen. Der Himmel sieht verbummelt aus und bleich, Als wäre ihm die Schminke ausgegangen.

Auf lange Krücken schief herabgebückt Und schwatzend kriechen auf dem Feld zwei Lahme. Ein blonder Dichter wird vielleicht verrückt. Ein Pferdchen stolpert über eine Dame.

An einem Fenster klebt ein fetter Mann. Ein Jüngling will ein weiches Weib besuchen. Ein grauer Clown zieht sich die Stiefel an. Ein Kinderwagen schreit und Hunde fluchen.

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Alfred Lichtenstein zeigt in «Die Dämmerung» eine Abendstimmung, die aus den Fugen geraten ist. Der Himmel wirkt bleich und abgeschminkt, der Wind hat sich im Baum verfangen, und auf dem Feld kriechen zwei Lahme schwatzend auf Krücken. Alles wirkt schief, beinahe karikaturhaft: Ein Pferdchen stolpert über eine Dame, ein dicker Mann klebt am Fenster, ein Kinderwagen schreit, Hunde fluchen. Der Sprecher beobachtet diese Szenen wie ein distanzierter Spaziergänger, ohne sie zu erklären oder zu bewerten. Die Dämmerung ist hier kein sanfter Übergang in die Nacht, sondern ein Zustand der Verunsicherung: Menschen, Tiere und Dinge passen nicht zueinander, das Vertraute wird fremd. Die Sprache bleibt einfach und fast nüchtern, gerade dadurch wirkt das Groteske umso beunruhigender. Es entsteht eine Atmosphäre zwischen Komik und Unbehagen – als wäre die Welt für einen Moment aus dem Gleichgewicht geraten.

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