Andreas Gryphius entwirft in „Es ist alles eitel“ ein düsteres Bild der Welt: Alles, was der Mensch baut, schafft und bewundert, ist vergänglich. Städte werden zu Wiesen, prächtige Blüten werden zertreten, und selbst Erz und Marmor überdauern nicht. Der Sprecher erlebt diese ständige Veränderung als schmerzhaft und enttäuschend. Glück schlägt jäh in Unglück um, und der Ruhm großer Taten verschwindet wie ein Traum. In dieser flüchtigen Welt sieht er den Menschen als „Spiel der Zeit“ – leicht und ohne festen Halt. Was den Menschen kostbar erscheint, ist für ihn nur „Schatten, Staub und Wind“, eine Wiesenblume, die niemand wiederfindet.
Die Stimmung ist ernst, klagend und mahnend. Am Ende steht eine bittere Anklage: Obwohl das Ewige das Einzige wäre, das wirklich trägt, will sich kein Mensch damit beschäftigen. So verbindet das Gedicht Trauer über die Vergänglichkeit mit einem eindringlichen Aufruf, das Bleibende zu suchen.