Es ist alles eitel — Zusammenfassung

Andreas GryphiusContemplative

Du siehst, wohin du siehst, nur Eitelkeit auf Erden, Was dieser heute baut, reißt jener morgen ein; Wo jetzund Städte stehn, wird eine Wiese sein, Auf der ein Schäferskind wird spielen mit den Herden.

Was jetzund prächtig blüht, soll bald zertreten werden; Was jetzt so pocht und trotzt, ist morgen Asch und Bein; Nichts ist, das ewig sei, kein Erz, kein Marmorstein. Jetzt lacht das Glück uns an, bald donnern die Beschwerden.

Der hohen Taten Ruhm muß wie ein Traum vergehn. Soll denn das Spiel der Zeit, der leichte Mensch bestehn? Ach, was ist alles dies, was wir vor köstlich achten,

Als schlechte Nichtigkeit, als Schatten, Staub und Wind, Als eine Wiesenblum, die man nicht wieder findt! Noch will, was ewig ist, kein einig Mensch betrachten.

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Andreas Gryphius entwirft in „Es ist alles eitel“ ein düsteres Bild der Welt: Alles, was der Mensch baut, schafft und bewundert, ist vergänglich. Städte werden zu Wiesen, prächtige Blüten werden zertreten, und selbst Erz und Marmor überdauern nicht. Der Sprecher erlebt diese ständige Veränderung als schmerzhaft und enttäuschend. Glück schlägt jäh in Unglück um, und der Ruhm großer Taten verschwindet wie ein Traum. In dieser flüchtigen Welt sieht er den Menschen als „Spiel der Zeit“ – leicht und ohne festen Halt. Was den Menschen kostbar erscheint, ist für ihn nur „Schatten, Staub und Wind“, eine Wiesenblume, die niemand wiederfindet.

Die Stimmung ist ernst, klagend und mahnend. Am Ende steht eine bittere Anklage: Obwohl das Ewige das Einzige wäre, das wirklich trägt, will sich kein Mensch damit beschäftigen. So verbindet das Gedicht Trauer über die Vergänglichkeit mit einem eindringlichen Aufruf, das Bleibende zu suchen.

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