August Stramms «Sturmangriff» wirkt wie ein Schrei aus dem Inneren eines Gefechts. Die Sprache ist zerhackt, fast ohne Satz, als stünde sie selbst unter Beschuss. Aus allen Winkeln gellen Ängste, ein Kreischen peitscht das Leben vor sich her, und der Tod keucht mit. Der Himmel reißt auf, das Entsetzen schlägt blind um sich. Man spürt keine Distanz, keinen Überblick, nur Bewegung, Lärm und Panik. Das lyrische Ich verschwindet hinter den Wortfetzen; übrig bleibt das Gefühl, mitten im Angriff zu stecken, ohne Schutz und ohne Erklärung. Die kurzen, harten Wörter erzeugen einen atemlosen Rhythmus, der die Angst fast körperlich spürbar macht. Es ist kein Bericht über den Sturm, sondern der Sturm selbst, in Sprache gedrängt.
Sturmangriff — Zusammenfassung
Aus allen Winkeln gellen Fürchte Wollen Kreisch Peitscht Das Leben Vor Sich Her Den keuchen Tod Die Himmel fetzen. Blinde schlächtert wildum das Entsetzen.