Ein einzelnes Knie zieht durch die Welt, und mit ihm eine große Leere. Es wird sofort klar: Dieses Knie ist kein gewöhnliches Körperteil, sondern ein Überlebender. Die Wiederholung „Es ist ein Knie, sonst nichts“ klingt beinahe trotzig, als müsse sich das Knie selbst vergewissern, dass es noch existiert. In der zweiten Strophe kommt die Erklärung: Ein Mann wurde im Krieg von vielen Schüssen getroffen, nur das Knie blieb unverletzt, „als wär’s ein Heiligtum“. Seitdem wandert es einsam durch die Welt.
Das Bild ist auf den ersten Blick grotesk, fast komisch, weil ein Knie selbstständig handelt. Dahinter liegt aber eine tiefe Traurigkeit. Das Knie erinnert an den toten Mann und an die Sinnlosigkeit des Krieges, die alles zerstört – und ausgerechnet ein einzelnes Knie verschont. Es ist zugleich Relikt und stummer Zeuge. Der schlichte, ruhige Ton macht diese Mischung aus Absurdität, Einsamkeit und Schrecken noch unheimlicher.