Der Seufzer — Zusammenfassung

Ein Seufzer lief Schlittschuh auf nächtlichem Eis und träumte von Liebe und Freude. Es war an dem Stadtwall, und schneeweiß glänzten die Stadtwallgebäude.

Der Seufzer dacht’ an ein Maidelein und blieb erglühend stehen. Da schmolz die Eisbahn unter ihm ein – und er sank – und ward nimmer gesehen.

Mostra tutta la poesiaComprimi la poesia

App Learn Poems

Probiere die App Learn Poems aus

Alles aus dem Website-Trainer und mehr: neue Übungen, Sprachaufnahme und Teilen, Erinnerungen, schnelles Auffrischen.

Ein einzelner Seufzer wird hier zu einer Figur, die auf nächtlichem Eis Schlittschuh läuft. Er gleitet am Stadtwall entlang, träumt von Liebe und Freude, und die schneeweißen Gebäude leuchten still und kalt. Der Seufzer ist nicht nur ein Laut, sondern ein Wesen mit eigenen Träumen. Als er an ein Mädchen denkt, bleibt er „erglühend“ stehen. Die Sehnsucht macht ihn warm – und genau diese Wärme lässt die Eisbahn unter ihm schmelzen. Der Seufzer sinkt ein und wird nie mehr gesehen.

Die Szene wirkt verträumt, fast märchenhaft, aber auch ein wenig traurig. Ein zartes Gefühl wird so stark, dass es seinen eigenen Boden auflöst. Zurück bleibt nur die kalte Winterwelt am Stadtwall. Morgensterns Verse erzählen so von der Vergänglichkeit eines schwärmerischen Moments: Wer sich ganz in eine Sehnsucht hineinträumt, kann in ihr versinken – wie ein stiller Traum, der beim Erwachen zerrinnt.

Leggi anche

Altro di Christian Morgenstern

Tutte le poesie
AllegroChristian Morgenstern

Der Hecht

Ein Hecht, vom heiligen Antōn bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn, am vegetarischen Gedanken moralisch sich emporzuranken.
AllegroChristian Morgenstern

Vice versa

Ein Hase sitzt auf einer Wiese, des Glaubens, niemand sähe diese. Doch, im Besitze eines Zeißes, betrachtet voll gehaltnen Fleißes
AllegroChristian Morgenstern

Das Huhn

In der Bahnhofhalle, nicht für es gebaut, geht ein Huhn hin und her … Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh’r?