Die Kürze — Zusammenfassung

„Warum bist du so kurz? liebst du, wie vormals, denn Nun nicht mehr den Gesang? fandst du, als Jüngling, doch In den Tagen der Hoffnung, Wenn du sangest, das Ende nie?“

Wie mein Glück, ist mein Lied. – Willst du im Abendroth Froh dich baden? Hinweg ist’s, und die Erd’ ist kalt, Und der Vogel der Nacht schwirrt Unbequem vor das Auge dir.

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Ein fragendes Du hält dem Sprecher vor, sein Lied sei kurz geworden, und erinnert ihn an die Jugend, als er beim Singen kein Ende fand. Die Anrede an ein Du wirkt dabei wie ein Selbstgespräch. Die Antwort klingt lakonisch und bitter: „Wie mein Glück, ist mein Lied.“ Gesang und Glück sind für den Sprecher also gleichermaßen flüchtig. Wer sich noch einmal im Abendrot wärmen möchte, kommt zu spät: Das Licht ist fort, die Erde kalt, und ein unangenehm schwirrender Nachtvogel drängt sich vor die Augen. Der Nachtvogel macht die heraufziehende Dunkelheit spürbar. Diese Bilder erzeugen eine herbe, resignierte Stimmung. Die Kürze ist kein Stilmittel, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls: Was in der Jugend Hoffnung und scheinbar endloser Gesang war, erscheint nun als begrenzte, erkaltete Gegenwart. So entspricht die knappe Form des Gedichts genau dem, was es sagt.

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