Ideal und Wirklichkeit — Zusammenfassung

In stiller Nacht und monogamen Betten denkst du dir aus, was dir am Leben fehlt. Die Nerven knistern … Wenn wir das doch hätten, was uns, weil es nicht da ist, leise quält. Du präparierst dir im Gedankengange das, was du willst – und nachher kriegst dus nie … Man möchte immer eine große Lange, und dann bekommt man eine kleine Dicke – Ssälawih –!

Sie muß sich wie in einem Kugellager in ihren Hüften biegen … groß und blond. Ein Pfund zu wenig – und sie wäre mager … wer je in diesen Haaren sich gesonnt … Nachher erliegst du dem verfluchten Hange, der Eile und der Phantasie … Man möchte immer eine große Lange, und dann bekommt man eine kleine Dicke – Ssälawih –!

Man möchte eine helle Pfeife kaufen und kauft die dunkle – andere sind nicht da. Man möchte jeden Morgen dauerlaufen und tut es nicht … Beinah … beinah … Wir dachten unter kaiserlichem Zwange an eine Republik – und nun ists die –! Man möchte immer eine große Lange, und dann bekommt man eine kleine Dicke – Ssälawih –!

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In stiller Nacht liegt der Sprecher in monogamen Betten wach, die Nerven knistern, und malt sich aus, was ihm fehlt: eine große, schlanke, blonde Frau mit geschmeidigen Hüften und sonnigen Haaren – bekommt aber eine kleine Dicke. Dieser Refrain „Man möchte immer eine große Lange, und dann bekommt man eine kleine Dicke – Ssälawih!“ zieht sich durch alle Strophen. „Ssälawih“ steht für „C’est la vie“: ein resigniertes Achselzucken. Auch im übrigen Alltag wiederholt sich das Muster: Man will die helle Pfeife, kauft die dunkle, will täglich laufen, lässt es bleiben. Selbst die ersehnte Republik entpuppt sich, einmal erreicht, als enttäuschend normal. Die Stimmung ist witzig und wehmütig zugleich, eher ein müdes Lächeln als bitterer Zorn – das Ideal bleibt immer größer als die Wirklichkeit.

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