Poems on the topic: frühling

Poems on the topic “frühling” on Poets.by.

DreamyHugo von Hofmannsthal

Vorfrühling

Es läuft der Frühlingswind Durch kahle Alleen, Seltsame Dinge sind In seinem Wehn. Er hat sich gewiegt, Wo Weinen war, Und hat sich geschmiegt In zerrüttetes Haar. Er schüttelte nieder Akazienblüten Und kühlte die Glieder, Die atmend glühten. Lippen im Lachen Hat er berührt, Die weichen und wachen Fluren durchspürt.
CheerfulJohann Wolfgang von Goethe

Heidenröslein

Sah ein Knab’ ein Röslein stehn, Röslein auf der Heiden, War so jung und morgenschön, Lief er schnell es nah zu sehn, Sah’s mit vielen Freuden. Röslein, Röslein, Röslein roth, Röslein auf der Heiden. Knabe sprach: ich breche dich, Röslein auf der Heiden! Röslein sprach: ich steche dich, Daß du ewig denkst an mich, Und ich will’s nicht leiden. Röslein, Röslein, Röslein roth, Röslein auf der Heiden. Und der wilde Knabe brach ’s Röslein auf der Heiden;
CheerfulTheodor Storm

Oktoberlied

Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk’ ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden, ja vergolden! Und geht es draußen noch so toll, Unchristlich oder christlich, Ist doch die Welt, die schöne Welt So gänzlich unverwüstlich! Und wimmert auch einmal das Herz, – Stoß’ an, und laß es klingen! Wir wissen’s doch, ein rechtes Herz Ist gar nicht umzubringen. Der Nebel steigt, es fällt das Laub; Schenk’ ein den Wein, den holden! Wir wollen uns den grauen Tag Vergolden, ja vergolden!
InspiredTheodor Fontane

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch In grünem Knospenschuh; „Er kam, er kam ja immer noch“ Die Bäume nicken sich’s zu. Sie konnten ihn all erwarten kaum, Nun treiben sie Schuß auf Schuß; Im Garten der alte Apfelbaum Er sträubt sich, aber er muß. Wohl zögert auch das alte Herz Und athmet noch nicht frei, Es bangt und sorgt: „es ist erst März Und März ist noch nicht Mai.“ O schüttle ab den schweren Traum Und die lange Winterruh, Es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag’s auch Du.
InspiredLudwig Uhland

Frühlingsglaube

Die linden Lüfte sind erwacht, Sie säuseln und weben Tag und Nacht, Sie schaffen an allen Enden. O frischer Duft, o neuer Klang! Nun armes Herze, sey nicht bang! Nun muß sich Alles, Alles wenden. Die Welt wird schöner mit jedem Tag, Man weiß nicht, was noch werden mag, Das Blühen will nicht enden. Es blüht das fernste, tiefste Thal. Nun armes Herz, vergiß der Quaal, Nun muß sich Alles, Alles wenden.
CheerfulLudwig Christoph Heinrich Hölty

Aufmunterung zur Freude

Wer wollte sich mit Grillen plagen, So lang’ uns Lenz und Jugend blühn? Wer wollt’ in seinen Blütentagen Die Stirn’ in düstre Falten ziehn? Die Freude winkt auf allen Wegen, Die durch dies Pilgerleben gehn; Sie bringt uns selbst den Kranz entgegen, Wenn wir am Scheidewege stehn. Noch rinnt und rauscht die Wiesenquelle; Noch ist die Laube kühl und grün; Noch scheint der liebe Mond so helle, Wie er durch Adams Bäume schien! Noch macht der Saft der Purpurtraube Des Menschen krankes Herz gesund; Noch schmecket in der Abendlaube Der Kuss auf einen rothen Mund!
CheerfulJoseph von Eichendorff

Frische Fahrt

Laue Luft kommt blau geflossen, Frühling, Frühling soll es seyn! Waldwärts Hörnerklang geschossen, Muth’ger Augen lichter Schein; Und das Wirren bunt und bunter Wird ein magisch wilder Fluß, In die schöne Welt hinunter Lockt dich dieses Stromes Gruß. Und ich mag mich nicht bewahren! Weit von Euch treibt mich der Wind, Auf dem Strome will ich fahren, Von dem Glanze selig blind! Tausend Stimmen lockend schlagen, Hoch Aurora flammend weht, Fahre zu! ich mag nicht fragen. Wo die Fahrt zu Ende geht!
RomanticHeinrich Heine

Leise zieht durch mein Gemüt

Leise zieht durch mein Gemüt Liebliches Geläute. Klinge, kleines Frühlingslied, Kling’ hinaus in’s Weite. Kling’ hinaus, bis an das Haus, Wo die Blumen sprießen. Wenn du eine Rose schaust, Sag’ ich lass’ sie grüßen.
RomanticHeinrich Heine

Im wunderschönen Monat Mai

Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Knospen sprangen, Da ist in meinem Herzen Die Liebe aufgegangen. Im wunderschönen Monat Mai, Als alle Vögel sangen, Da hab ich ihr gestanden Mein Sehnen und Verlangen.
CheerfulEmanuel Geibel

Der Mai ist gekommen

Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus, da bleibe, wer Lust hat, mit Sorgen zu Haus! Wie die Wolken wandern am himmlischen Zelt, so steht auch mir der Sinn in die weite, weite Welt. Herr Vater, Frau Mutter, daß Gott euch behüt! Wer weiß, wo in der Ferne mein Glück mir noch blüht; es giebt so manche Straße, da nimmer ich marschiert, es giebt so manchen Wein, den ich nimmer noch probiert.
CheerfulEduard Mörike

Er ist’s

Frühling läßt sein blaues Band Wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. – Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist’s! Dich hab’ ich vernommen!

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