Ein Lobgesang auf den Herbst und seine Üppigkeit: Die wiederholte Zeile „Genug ist nicht genug" schwingt wie ein Refrain durch das Gedicht. Äste biegen sich unter der Last ihrer Früchte, ein Apfel fällt dumpf zu Boden, Pfirsiche scheinen dem Mund entgegenzulächeln, und die Wespe summt wie trunken ihr Lied um eine Traube. Der Sprecher empfindet diese Überfülle nicht als Bedrohung, sondern als Fest. Aus den Bildern spricht ein sinnliches Glück, fast ein Rausch des Habens, Schmeckens und Lebens. Am Ende weitet sich der Gedanke auf das Innere: Auch der Geist des Dichters und das Herz verlangen nach mehr als bloßem Maß. Die Stimmung ist warm, lebenshungrig und feierlich – ein Bekenntnis zum Überfluss, in dem „genug" niemals reicht.
Fülle — Zusammenfassung
Genug ist nicht genug! Gepriesen werde Der Herbst! Kein Ast, der seiner Frucht entbehrte! Tief beugt sich mancher allzureich beschwerte, Der Apfel fällt mit dumpfem Laut zur Erde.
Genug ist nicht genug! Es lacht im Laube! Die Pfirsche hat dem Munde zugewunken! Ein helles Zechlied summt die Wespe trunken – Genug ist nicht genug! – um eine Traube.
Genug ist nicht genug! Mit vollen Zügen Schlürft Dichtergeist am Borne des Genußes, Das Herz, auch es bedarf des Ueberflußes, Genug kann nie und nimmermehr genügen!