Der Sprecher wirkt vom Leben erschöpft: Der schwüle Tag hat ihn müde gemacht, es dunkelt schon, und ihn schläfert. Er beschreibt den Tod nicht als etwas Furchtbares, sondern als kühle Nacht, die nach der Hitze des Tages wie eine Erleichterung erscheint. Der Gegensatz zwischen schwülem Tag und kühler Nacht lässt das Sterben als etwas Natürliches wirken. Über seinem Bett erhebt sich ein Baum, in dem eine junge Nachtigall singt – von lauter Liebe. Diesen Gesang hört er sogar im Traum noch. Dadurch bekommt der Übergang in Schlaf oder Tod etwas Sanftes und fast Geborgenes. Die Stimmung ist melancholisch, aber ruhig: eine stille Sehnsucht nach Ruhe, in der die Liebe als letzter Klang weiterklingt. Es bleibt offen, ob der Sprecher schon träumt oder noch wach ist, und genau diese Verschwommenheit passt zum Zustand zwischen Tag und Nacht, Leben und Tod.
Der Tod, das ist die kühle Nacht — Zusammenfassung
Der Tod das ist die kühle Nacht, Das Leben ist der schwüle Tag. Es dunkelt schon, mich schläfert, Der Tag hat mich müd’ gemacht.
Ueber mein Bett erhebt sich ein Baum, Drin singt die junge Nachtigall; Sie singt von lauter Liebe, Ich hör’ es sogar im Traum.