Der Frühling erscheint hier als einer, der endlich kommt – in „grünen Knospenschuhen“. Die Bäume sind erleichtert und können es kaum erwarten, auszutreiben; nur der alte Apfelbaum sträubt sich, aber er muss treiben. Genau dieses Zögern greift das sprechende Ich für das eigene Herz auf. Auch das alte Herz atmet noch nicht frei und sorgt sich: März ist noch nicht Mai. Die letzte Strophe wird zur Ermutigung: Was der alte Apfelbaum wagt, das soll auch das Herz wagen – den schweren Traum und die lange Winterruhe abzuschütteln. So entsteht eine Stimmung zwischen leiser Scheu und vorsichtiger Hoffnung. Es geht weniger um lauten Frühlingsjubel als um ein langsames, fast widerwilliges Auftauen von Natur und Seele.
Frühling — Zusammenfassung
Nun ist er endlich kommen doch In grünem Knospenschuh; „Er kam, er kam ja immer noch“ Die Bäume nicken sich’s zu.
Sie konnten ihn all erwarten kaum, Nun treiben sie Schuß auf Schuß; Im Garten der alte Apfelbaum Er sträubt sich, aber er muß.
Wohl zögert auch das alte Herz Und athmet noch nicht frei, Es bangt und sorgt: „es ist erst März Und März ist noch nicht Mai.“
O schüttle ab den schweren Traum Und die lange Winterruh, Es wagt es der alte Apfelbaum, Herze, wag’s auch Du.