Eine freundliche, beruhigende Stimme wendet sich an einen bedrückten Menschen. Sie sagt: Die Stunden vergehen, und nichts, was dich quält, bleibt für immer – auch das Schlimmste geht vorüber, und ein neuer Tag kommt. Im Kommen und Schwinden der Zeit sind Schmerz und Glück eng verbunden; gerade weil alles wechselt, können auch helle, erfreuliche Bilder und Erfahrungen zu dir zurückkehren. Die Aufforderung „Harre, hoffe“ gibt dem Ganzen einen warmen, geduldigen Ton. Der Sprecher wirkt nicht aufdringlich, sondern wie jemand, der aus Erfahrung Trost spendet. Die Stimmung ist still und zuversichtlich: Das Leben wird als ständiger Wechsel begriffen, und darin liegt für den Angesprochenen die Hoffnung, dass die gegenwärtige Last nicht das letzte Wort behält. So wirkt das Gedicht wie ein sanfter Zuspruch, der Mut zum Durchhalten macht, ohne das Leid zu leugnen.
Trost — Zusammenfassung
Tröste dich, die Stunden eilen, Und was all’ Dich drücken mag, Auch das Schlimmste kann nicht weilen, Und es kommt ein andrer Tag.
In dem ew’gen Kommen, Schwinden, Wie der Schmerz liegt auch das Glück, Und auch heitre Bilder finden Ihren Weg zu Dir zurück.
Harre, hoffe. Nicht vergebens Zählest Du der Stunden Schlag, Wechsel ist das Loos des Lebens Und – es kommt ein andrer Tag.